Pressespiegel 2014

Musikpreisverleihung an den k.l.m. e.V.

Mai 2014

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Matthias Koopmann (links), Walter Schweizer und Jürgen Karl (rechts) überreichen den Musikpreis 2014 an Paul Zauner (2. von links)

Passauer Neue Presse / Feuilleton / 19. Mai 2014

Unmissverständlich pro Konzerthaus aussprechen!

Der frühere Unipräsident Walter Schweitzer fordert bei der Musikpreis-Verleihung ein klares politisches BekenntnisDas Zusammenhelfen war ein angenehmer Nebeneffekt der letztjährigen Hochwasserkatastrophe in Passau. Auch im Nachhinein gibt es positive Nebenwirkungen auf den Geschäftssinn in der Dreiflüssestadt. Die Stiftung Europäisches Haus – Konzerthaus Passau, deren Ziel ein Konzerthaus für Passau und Ostbayern ist, verleiht zusammen mit der zugehörigen Bürgerinitiative jährlich einen Musikpreis, der auf das hohe Niveau musikalischer Kultur aufmerksam machen soll. Da die Idee und die Initiatoren der Stiftung eng mit dem Festival Europäische Wochen verbunden sind, ging der seit 2003 vergebene Preis überwiegend an klassische Orchester oder Musiker. Nun vergab ihn die Stiftung erstmals an eine Einrichtung, die sich zeitgenössischer Musik und speziell dem Jazz verschrieben hat: an den Trägerverein des Jazzclubs im Cafe Museum, genannt k.l.m. für Kunst, Literatur und Musik. Ein Beweggrund war, den Veranstaltungsort beim Beheben seiner Hochwasserschäden zu unterstützen und gleichzeitig dafür zu würdigen, dass Betreiber Jürgen Waldner unbeirrt vom Flutschock schon im Sommer 2013 den Konzertbetrieb weiterführte. Gewürdigt werden u.a. auch die steigenden Besucherzahlen bei gleichbleibend niedrigen Eintrittspreisen.Die Preisverleihung im inzwischen weitgehend sanierten Cafe Museum war für die Vorsitzenden der Initiative Europäisches Haus, darunter der ehemalige EW-Intendant Pankraz von Freyberg, Anlass, erstmals einem Jazzkonzert in diesem Gewölbe beizuwohnen – und davon sichtlich begeistert zu werden. Der ehemalige Universitätspräsident Walter Schweitzer übergab den Volker Mangold Musikpreis an Musiker Veranstalter Paul Zauner, der mit Jürgen Waldner den Verein leitet. Zauner nahm die Urkunde über 2000 Euro für den Verein k.l.m. entgegen. „Sonst findet die Verleihung in eher steifer Atmosphäre statt“, gab Schweitzer in seiner Laudatio zu. Diesmal war es jene legere und intime Atmosphäre, die Jazzfreunde in über 850 Veranstaltungen seit 2001 schätzen und genießen.Das Konzert des Quartetts Fugara mit Musikern aus Finnland, England, Holland und Deutschland gab der Ehrung den idealen Rahmen. Melodische Bläsersätze, elegische Töne aus Tom Arthurs Flügelhorn und Stevko Buschs sensible Pianobegleitung betörten auch klassikgewöhnte Ohren. Der druckvolle, rauchige Sound aus dem Altsaxofon von Paul von Kemenade und dessen avantgardistische Kompositionen begeisterten besonders die Jazzfans.So bot der Jazzclub an diesem Abend ein Dach für unterschiedliche Musikvorlieben und für eine Vielzahl von Nationalitäten – ganz so, wie es sich die Stiftung für ein künftiges Passauer Konzerthaus wünscht. Schweitzer appellierte an die politischen Entscheidungsträger, sich „endlich unmissverständlich für ein Konzerthaus auszusprechen“. Adressaten dieses Aufrufs fanden sich allerdings im Publikum keine, ein aktives städtisches Engagement hat OB Jürgen Dupper bisher stets explizit abgelehnt.  (Gabriele Blachnik)