Preisträger 2004

Euregio Symphonie Orchester

 

2000 Euro Finanzspritze für das Euregio Symphonie Orchester

PASSAUER NEUE PRESSE, 01.10.2004, Hermann Schmidt

Musikpreis-2004







Finanzspritze für das Euregio-Orchester von Gründer Herrmann Girlinger (Mitte): Konzerthaus-Stiftungsvorsitzender Volker Mangold (l.) und EW-Intendant Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg übergeben den 2000-Euro-Scheck (Foto: Schmidt)


Wenn es darum gegangen ist jemanden zu suchen, der dringend Geld braucht, haben Sie in uns die Richtigen gefunden." Hermann Girlinger, Gründer und Geschäftsführer des Euregio Symphonie Orchesters (ESO), strahlte, als er am Mittwochabend den zum zweiten Mal ausgelobten Musikpreis der Stiftung „Europäisches Haus - Konzerthaus Passau" in Empfang nahm. Volker Mangold, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, übergab den 2000-Euro-Scheck im Konferenzraum der Kapfinger Vermögensverwaltung. Die 2000 Euro sollen dem unter chronischem Geldmangel leidenden Dreiländer-Orchester mit über die Runden helfen. Erster Empfänger des Preisgeldes war vor einem Jahr das Passauer Studentenorchester.

In der zum Preis überreichten Urkunde heißt es u a., das Euregio Symphonieorchester habe junge Musiker aus Deutschland, Österreich und Tschechien zusammengeführt und sehr schnell hohes künstlerisches Niveau erreicht, das den Vergleich mit großen etablierten Klangkörpern nicht zu scheuen brauche. Das Orchester sei nach fast zehn Jahren nicht nur ein Pfeiler des regionalen Musiklebens, sondern auch eine unverzichtbare Station vieler junger Menschen auf dem Weg in den Musikerberuf geworden. Gewürdigt wurde insbesondere der große idealistische Einsatz und die Hartnäckigkeit, mit der die Organisatoren vielen Problemen trotzen, denen das Projekt von Anbeginn ausgesetzt war.

In Vertretung des Stiftungsehrenpräsidenten Prof. Dr. Albert Scharf verlas Pankraz Freiherr von Freyberg, Intendant der Festspiele Europäische Wochen Passau (EW), die Laudatio, Auch in ihr wird das beispielhafte Wirken dieses Orchesters und seine kulturelle Bedeutung für die drei beteiligten Regionen hervorgehoben. Deutlich klingt Unverständnis gegenüber der Ignoranz an, die öffentliche Zuschussgeber dem ESO bisher entgegenbringen, es praktisch immer wieder im Regen stehen lassen. Im Juni war es zwischen Girlinger und der Stadt zu einem Zerwürfnis gekommen, als die Kommune die vom Kulturausschuss in Aussicht gestellten 30.000 Euro für Girlingers Projekt „Kulturpunkt grenzenlos" kurzfristig strich.
Freyberg betonte, dass die Stiftung mit dem Preisgeld ein Zeichen setzen und den Impuls geben wolle, damit sich hier trotz der immer wieder ins Feld geführten allgemeinen Finanznot endlich etwas ändert. Der permanente Existenzkampf des ESO müsse endlich durch deutliche Absicherungen ein Ende haben. Das Orchester werde gebraucht. Mit der Zusage, dass die EW das ESO im nächsten Jahr zu zwei großen Konzerten einladen würden, setzte Intendant Freyberg noch ein Sahnehäubchen auf die ehrenvoll würdigende Auszeichnung.