Aktuelles

Konzertsaal für Passau kommt voran

Bürgerinitiative und Stiftung Konzerthaus: wir sind auf dem richtigen Weg

Passau, 16.9.2020

von Jürgen Karl

Mit dem im Juli abgeschlossenen Architektenwettbewerb für das neue Wissenschaftszentrum der Universität in unmittelbarer Nähe des Klostergartens sind die jahrzehntelangen Bemühungen der Bürgerinitiative Konzerthaus Passau und der Stiftung Europäisches Haus – Konzerthaus Passau einen wichtigen Schritt weitergekommen. Der Freistaat Bayern errichtet für die wachsende Universität auf dem ehemaligen Gelände der Löwenbrauerei einen Gebäudekomplex, in dem u. a. ein 800 Plätze umfassender

Hör-/Konzertsaal mit einem großen Foyer und den erforderlichen Nebenräumen untergebracht wird. Dieser Saal kann, sofern er nicht für Universitätszwecke benötigt wird, an externe Veranstalter vermietet werden.

Die Bürgerinitiative und die Stiftung nehmen die nunmehr schon zum 18. Mal stattfindende Verleihung des Volker Mangold-Musikpreises an die Multiinstrumentalistin Christiane Öttl zum Anlass, daran zu erinnern, dass es ohne ihre immer wieder vorgetragene Forderung nach einem Konzertsaal nicht möglich gewesen wäre, diesem Ziel näher zu kommen. Ein solcher Saal wird in Passau, das sich durch ein vielfältiges Kultur- und vor allem Musikangebot auszeichnet und ein großes Einzugsgebiet bis hinein nach Oberösterreich und Südböhmen aufweist, seit jeher und auch aktuell wieder schmerzlich vermisst. Als vor nun schon über fünf Jahren die ersten Überlegungen für eine Nutzung des an die Ringstraße angrenzenden Teils der Brauerei für die Universität angestellt wurden, hätten die Bürgerinitiative und die Stiftung sofort auf die sich damit ergebenden Chancen für einen Konzertsaal aufmerksam gemacht, nachdem sich alle früheren Pläne für ein Konzerthaus in Hacklberg oder in der Neuen Mitte zerschlagen hatten. Es sei gelungen, alle wichtigen Persönlichkeiten aus der lokalen und überregionalen Politik, der Verwaltung und der Universität für die nun kommende Lösung zu gewinnen.

Die Bürgerinitiative und die Stiftung weisen auch darauf hin, dass es sich gerade in dramatischen Zeiten wie derzeit mit der Corona-Pandemie und ihren gewaltigen finanziellen Herausforderungen als richtig herausstellt, auf kostensparende Synergieeffekte durch eine Nutzung eines von der Universität selbst benötigten hochwertigen konzerttauglichen Hörsaales zu setzen. Das Audimax an der Universität Regensburg sei ein erfolgreiches und überzeugendes Beispiel für den Saal im Wissenschaftszentrum. Die Universität möchte besonders auch mit diesem Baukomplex, dem darin untergebrachten Hör-/Konzertsaal sowie dem Eingang zum Klostergarten hin eine stärkere Verbindung mit der Stadt und ihren Bürgern erreichen.

 

Bürgerinitiative Konzerthaus Passau e.V.
Stiftung Europäisches Haus – Konzerthaus Passau

Positionspapier zur Erweiterung der Universität Passau auf einem Grundstück der Löwenbrauerei Passau

Passau, 25.7.2016

Die Universität Passau wird auf einem von der Löwenbrauerei Passau erworbenen ca. 5.200 qm großen Gelände am sog. Spitzberg Gebäude errichten, in denen u. a. ein Audimax mit über 700 Plätzen untergebracht werden soll. Die Universität kann darin ihre großen und repräsentativen Veranstaltungen sowie wissenschaftliche Tagungen und Kongresse durchführen. Sie benötigt dazu neben dem Saal ein ausreichend großes Foyer, Garderoben und Nebenräume inkl. Toiletten.

Die Bürgerinitiative Konzerthaus Passau e.V. und die Stiftung Europäisches Haus – Konzerthaus Passau bemühen sich schon seit längerer Zeit darum, dass das neue Audimax der Universität so ausgestattet wird, dass in ihm auch Konzerte, besonders aus dem Bereich der Klassik, durchgeführt werden können. Mit diesem Anliegen, für das es realisierte Beispiele in Regensburg und Augsburg gibt, ist zugleich der Wunsch verbunden, dass der Raum auch für andere außeruniversitäre Veranstaltungen zur Verfügung steht.

Diese Ziele werden sowohl von der Leitung der Universität Passau als auch von maßgeblichen Mitgliedern der Bayerischen Staatsregierung und von Abgeordneten verschiedener Parteien des Europäischen Parlaments, des Bundestages und des Bayerischen Landtages sowie von regionalen Mandatsträgern unterstützt.

Stiftung und Bürgerinitiative fordern, die Planungen nunmehr unverzüglich im zuvor genannten Sinn aufzunehmen. Sie bitten darum, bei den Planungen folgende aus ihrer Sicht wichtige Aspekte zu berücksichtigen:

  • Das neue Audimax könnte bei entsprechender architektonischer Gestaltung einen wichtigen Bestandteil der Neuen Mitte der Stadt Passau darstellen. Damit würde dieser zentrale Ort, auf dem ursprünglich u. a. die Errichtung eines Konzerthauses geplant war, städtebaulich erheblich aufgewertet werden.
  • Aufgrund der Lage des Geländes und der bewussten Öffnung für die Bürger der Region würde sich die Vernetzung der Universität mit der Stadt nochmals verstärken.
  • Eine Nutzung des Audimax auch für außeruniversitäre Veranstaltungen kann wesentlich dazu beitragen, die Kosten der Errichtung und des Unterhalts zu rechtfertigen und auch den Bürgern verständlich zu machen.
  • Die Stadt Passau wird gebeten, die städtebaulichen Chancen zu nutzen und sich aktiv in die Planungen einzubringen.
  • Da die Universität für den Betrieb verantwortlich ist, würde die Stadt nicht mit den Betriebskosten eines Konzertsaales belastet werden.
  • Für den Architektenwettbewerb sollten namhafte Büros eingeladen werden, die über entsprechende Erfahrungen bei schwierigen Aufgabenstellungen verfügen.
  • Hinsichtlich der Tauglichkeit des Audimax für Musikveranstaltungen bieten sich Bürgerinitiative und Stiftung – wenn gewünscht - gerne an, beratend an den Planungen mitzuwirken.
  • Besonderes Augenmerk ist auf eine hervorragende Akustik des Saales zu legen.
  • Wir erlauben uns anzuregen, das künftige Audimax „Europäisches Haus“ zu nennen und damit auch an früher getätigte Überlegungen zur Errichtung eines Europäischen Hauses/Konzerthauses anzuknüpfen, d.h. konkret, es wäre wünschenswert, wenn die Universität die Kräfte der mit dem Thema Europa befassten Fakultäten bündeln und damit den Weg zu einem international bedeutsamen Kompetenzzentrum für europäische Fragen einschlagen würde.