Pressespiegel 2013

Konzerthaus: Mit der Ouvertüre soll endlich Schluss sein

Passauer Neue Presse, 23.02.13, Lokalteil Passau Stadt

Bei einem letzten Infoabend erläutert ein Projektentwickler die Wirtschaftlichkeit - Dann soll die baldige Realisierung folgen
Der Worte sind genug gewechselt, die Bürgerinitiative Konzerthaus bittet zur Tat. Bei einem letzten Informationsabend am kommenden Montag wird Projektentwickler Michael Ehret aus Starnberg die Wirtschaftlichkeit eines Konzerthauses in Passau darlegen. Dies soll die letzten Fakten liefern, "damit das Projekt in der Nahsicht realisiert werden kann", hofft Vorsitzender Matthias Koopmann.
Die Initiative hat allerdings keineswegs die Stadt schon für den Bau eines Konzerthauses gewonnen. Stand ist immer noch, dass das Konzerthaus in der erweiterten Form eines "Europäischen Hauses" in der Neuen Mitte beim Bürgerentscheid 2007 mit 55 Prozent abgelehnt wurde. Wenn aber am Montag erstmal ein "gangbarer Weg" aufgezeigt sei, meint Koopmann, werde das Blatt sich wenden. Dann sei die Realisierbarkeit nachgewiesen, damit könne in das Projekt eingestiegen werden.
Um die architektonische Lösbarkeit wird es bei dem Vortrag von Projektentwickler Ehret am Montag um 19 Uhr im Bayerischen Löwen nicht gehen. Die hat der Bürgerinitiative bereits Prof. Florian Burgstaller aufgezeigt, der vor einem Jahr referierte. Der gebürtige Passauer, der an der Hochschule in Karlsruhe Bauen im Bestand unterrichtet, hat die Konzerthaus-Frage am Standort des Hacklberger Fürstenbaus gelöst. Dabei würde die Lücke zwischen Fürstenbau und Bräustüberl geschlossen, 600 bis 1000 Plätze wären unterzubringen. Burgstaller hat schon vor mehr als 20 Jahren Pläne für das Konzerthaus gezeichnet. Er hat den Standort Hacklberg ebenso skizziert wie ein Konzerthaus auf dem Hügel der Löwenbrauerei.
Eben auf Vermittlung Burgstallers kam der Kontakt zu Michael Ehret zustande. Der 43-Jährige gebürtige Heidelberger, heute Gesellschafter und Geschäftsführer von ehret + klein in Starnberg, hat sich ebenfalls mit dem Standort befasst. Das Ergebnis kennt Matthias Koopmann bereits, "es überrascht mich nicht". Ehret bewerte Hacklberg und die Konzerthaus-Wiese in der Neuen Mitte als sinnvoll, den Vorzug gebe er Hacklberg. Das tut auch Koopmann: "Ich bin überzeugt, dass damit die letzten Bedenkenträger besänftigt werden und wir die Standort-Diskussion beerdigen können. In Hacklberg stimmt wahnsinnig viel, und die Brauerei ist auch unser verlässlichster Partner."
Aber wie das wirtschaftliche Fundament eines Konzerthauses gestalten, wie Bau und Betrieb finanzieren? Dazu erwartet auch die Initiative mit Spannung den Vortrag des Projektentwicklers. "Ich kenne dieses Ergebnis nicht", verrät Koopmann, er rechnet aber fest mit dem Durchbruch - damit, dass die Wertigkeit für die Stadt und die baldige Realisierbarkeit klar aufzeigbar werden. "Natürlich könnte es sich auch herausstellen, dass es bei uns nicht klappen kann, aber davon gehe ich nicht aus", sagt der Vorsitzende. Zu Ehrets Projekten bisher zählten Hotels im Kleinwalsertal und Werfenweng, Büro- und Geschäftshäuser in Starnberg, Tutzing und München, die Erweiterung des Deutschen Technikmuseums in Berlin, auch eine Machbarkeitsstudie für ein Hotel in Nepal.
Die Architektur ist mit dem Burgstaller-Entwurf für Koopmann geklärt und er ist auch überzeugt, dass die Variante "Europäisches Haus" mit allerlei Zusatzfunktionen und -einrichtungen vom Tisch ist: "Es geht im Grunde um die kleine Lösung", ein Konzerthaus durchaus mit weitergehender Nutzbarkeit, aber eben keinen Universal-Kulturtempel.
Die Eigenmittel der Initiative und ihrer Stiftung liegen derzeit im höheren fünfstelligen Bereich. Planungskosten könnten damit bestritten werden. Dass jetzt der Einstieg in eine konkrete Planung möglich wird, sei auch im Hinblick auf neue Mitglieder und Zustifter wichtig: "Nur wenn eine konkrete Planung vorliegt, gibt es einen Anreiz, Geld zu geben", weiß Koopmann. Am Montag soll die Ouvertüre enden und endlich der erste Akt für das Konzerthaus beginnen.
von Thomas Seider