Pressespiegel 2011

Konzerthaus: Brauerei schäumt über vor Freude

PASSAUER NEUE PRESSE, 14.12.2011, Franz Danninger

Es kommt Fleisch an den Knochen "Konzerthaus Hacklberg": Der Eigentümer des Grundstücks, die Brauerei Hacklberg, würde den Kulturbau mit Handkuss begrüßen.
Damit haben die Kulturförderer um ihren Vorsitzenden Matthias Koopmann einen ersten Punkt gesammelt bei ihrem Vorhaben, die alte Planung wieder aufleben zu lassen, ein Konzerthaus zu bauen als Lückenschluss zwischen Fürstenbau und Bräustüberl.

 

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Steht hier in ein paar Jahren das Konzerthaus? Brauereidirektor Stephan Marold (l.) und der Vorsitzende des Konzerthaus-Vereins, Matthias Koopmann, könnten sich das sehr gut vorstellen. Der Plan ist, direkt an den Fürstenbau (hi. l.) einen Winkelbau anzuschließen.(Foto: Jäger)

Für die Brauerei ergäben sich mehrere Vorteile:

  • die vorhandene Gastronomie bewirtschaftet auch den Konzertsaal, bzw. dient als Gastro-Stützpunkt dafür;
  • der Standort wird aufgewertet, die "Kriegslücke" geschlossen mit einem Winkelbau, der nachder Planung von 1992 von Prof. Burgstaller aus Konzertsaal und Künstlerbau besteht;
  • der Wunsch des Unternehmens, die sanierten Gebäudeteile mehr ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, erhält einen Turboschub.

Die Konzerthaus-Befürworter ihrerseits könnten auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen. Koopmann sieht die Chance, "anspruchsvollere Kultur ans breite Publikum heranzubringen", wie er mit Blick auf Biergarten und Bräustüberl meint, die direkt daneben liegen und zeitweise dicht bevölkert sind.

Im nächsten Sommer erlebt dieser Ort seine Generalprobe als Kulturplatz der Gegenwart: Die Europäischen Wochen 2012 starten am Bräuhausplatz mit "Danubio". Die Verbindung zu den EW steht also. Dazu Jürgen Lang, EW-Pressesprecher: "Für uns als Festspiele Europäische Wochen Passau ist es essentiell, dass in der Dreiflüssestadt so bald wie möglich ein Konzerthaus errichtet wird, weil es uns ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten bieten würde." Für Lang ist es eher sekundär, wo das entsteht. "Wir wollen aber keinesfalls etwa den Entscheidungen der Stadt Passau vorgreifen." Ziel müsse sein, dass die wichtigen Fragen, inklusive des Standorts, im Konsens mit allen Beteiligten geklärt würden.

Der architektonische Konsens dürfte kein Problem sein, gibt sich Koopmann optimistisch. Denn ein schließender Neubau würde seiner Meinung nach überall auf Wohlwollen stoßen, bei Denkmalpflege, Bevölkerung und Politik.

Und wie steht OB Jürgen Dupper zur Revitalisierung von Hacklberg? "Wie ja bereits bekannt ist, wurde ein Gespräch für Anfang Januar anberaumt. Ich werde, wie schon mehrfach in der Vergangenheit, im Rahmen dieses Gesprächs den Meinungsaustausch mit der Bürgerinitiative suchen und sicherlich die aktuellen Neuigkeiten aus dem Verein erfahren", meint der Rathaus-Chef.

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Dieser Winkelbau (hellblau) soll die "Kriegslücke" schließen zwischen Fürstenbau (links unten) und Bräustüberl. Allerdings stammt diese Planung aus dem Jahr 1992. Sie wird nun überarbeitet.

Zu diesen Neuigkeiten gehören sicher die aktuellen gestalterischen Ideen. Die Planung aus dem Jahr 1992 will Koopmann überarbeiten lassen. Er stellt sich einen transparenten Haupttrakt vor, der wie eine Laterne über den bestehenden Fürstenbau hinaus ragt. Damit werde er "von der Innenstadt aus erlebbar, vor allem nachts", meint er. Eine technische Notwendigkeit ist für ihn, dass die ansteigende Zuschauer-Galerie versenkbar gebaut werden müsste, um den Raum bei Bedarf verebnen zu können. Denn nur so könne man mit Auto-Präsentationen, Modenschauen und dergleichen die spielfreien Zeiten überbrücken und das laufende Defizit − das sich sicher ergeben werde − möglichst klein halten.

Das bisherige große Argument für die Neue-Mitte-Lösung, dass es fußläufig erreichbar sei und Hacklberg nicht, hält Koopmanns Betrachtung nicht stand: "Wer wohnt denn schon am Exerzierplatz? Die meisten Gäste müssten mit Auto oder Stadtbus hinfahren. Also nicht anders als in Hacklberg."