Pressespiegel 2011

Nachruf zum Tod von Volker Mangold, verstorben am 12.01.2011

PASSAUER NEUE PRESSE, 13.01.2011, Hermann Schmidt

Es gab nur noch wenig Hoffnung. Aber dann erschrak man doch: Der höchst engagierte Lehrer und Passauer Bürger Volker Mangold ist am Dienstag einer ebenso seltenen wie tückischen Krankheit erlegen, die er monatelang geduldig und um ihre unausweichliche Konsequenz wissend ertragen hat. Nur 68 Jahre waren ihm vergönnt.

PNP13-01-2011

Streiter fürs Konzerthaus: Volker Mangold (Foto: Archiv, Thomas Jäger)

Von Ruhestand konnte bei ihm wahrhaftig nicht die Rede sein. Der im Elsass geborene Franke hat nicht nur als Pädagoge an der Staatliche kaufmännischen Berufsschule unverkennbare Wegmarken gesetzt, sondern vor allem in den letzten 15 Jahren tiefe Spuren im Passauer Kulturleben hinterlassen. Sein Lebensziel, den Bau eines Konzerthauses, hat er nicht erreicht. Aber er hat die Idee zu einer Dimension geführt, die eines Tages seinen Traum erfüllen wird. Es war immer wieder erstaunlich, wie dieser streitbare, manchmal kantige, doch immer geradlinig und mit offenem Visier agierende Kulturkämpfer viele Rückschläge hinnahm, ohne zu verzagen. Vielmehr zog er aus den Enttäuschungen stets neue Energie. Aufgeben war seine Sache nie. Auch nicht, als das bereits fertige Projekt einer Bürger-Abstimmung zur sogenannten „Neuen Mitte“ zum Opfer fiel. Von den vorausgegangenen und ebenfalls an der Politik gescheiterten ehrgeizigen Plänen des Multikünstlers André Heller gar nicht zu reden.
Als Mangold Mitte der 90-er den Vorsitz der Bürgerinitiative Konzerthaus Passau übernahm, die seinerzeit noch auf einen Bau am Hacklberger Fürstenbau fixiert war, konnte noch keiner ahnen, mit welcher Energie dieser vom Absterben bedrohte Verein plötzlich ausgestattet war. Sofort ging Volker Mangold daran, eine Stiftung ins Leben zu rufen, deren einziges Ziel der Bau eines Konzerthauses – jetzt auf dem Gelände des Exerzierplatzes – sein sollte. Die zur Gründung erforderlichen 100 000 Mark hat er persönlich zusammengebettelt. Diese Stiftung, der er bis zuletzt vorstand, ist sein großes Vermächtnis, aber auch eine enorme Verpflichtung für die Stadt Passau.
Volker Mangold war passionierter Jäger, aber einer von jener Sorte, für die Hegen und Naturschutz stets im Vordergrund standen. Davon zeugt sein liebevoll gepflegtes Anwesen bei Vilshofen. Volker Mangold und seine Frau Franziska – der ruhende Pol in der Familie – haben zwei Söhne aufgezogen, die erfolgreich ihren Weg machen. Drei Enkel kamen hinzu. Das Schicksal hat es Volker Mangold nicht vergönnt, dieses volle Familienglück länger zu genießen. In der Innbrückgasse und am Residenzplatz wird seine tragende Stimme fehlen, die er freundlich an jeden richtete. Die Anwohner dort trauern mit Familie Mangold um einen humorvollen wie unglaublich hilfsbereiten Nachbarn und Freund. Auf Wunsch des Verstorbenen wird ihn nur die Familie zur letzten Ruhe begleiten.